Montagabend auf dem Stellplatz „Am Deister“ bekommen wir ein ordentliches Unwetter ab, zum Glück ohne Hagel, so wie im 35 km entfernten Hannover.


Am Dienstag, 14. Juli ist es morgens angenehm abgekühlt und wir verlassen gegen 10:00 den Stellplatz. Heute beschließen wir, nicht weit zu fahren und uns noch etwas die Gegend anzuschauen. Die Wahl fällt auf die „Rattenfängerstadt“ Hameln.
Während Micha fährt und Moritz auf seinem Hundebett sitzend die Fahrt überwacht, findet Anja einen unbemannten Campingplatz, der in keiner Camping-App verzeichnet ist, beim Kanusportverband Hameln. Der Platz auf Rasen direkt an der Weser liegt 1,8 km außerhalb der Stadt auf einer Inselspitze in einer Sackgasse, nur von Wasser umgeben. Die Duschen und der Geschirrspülraum sind zwar nicht so unser Geschmack (nicht sauber genug), aber der Platz an sich für den Sommer ein Traum. Online mit Platznummer vorher buchbar, man kann sich einen Platz mit Baumschatten aussuchen, schöner weicher Rasen für Moritz, viel Platz für maximal 15 Campingfahrzeuge, per Fuß machbarer Weg in eine gut belebte Innenstadt.
Gegen 12:00 starten wir zu dritt in die hübsche Fachwerk-Innenstadt, Moritz will unbedingt mit. Wir bummeln entlang interessanter Geschäfte mit wenig Leerstand, probieren die „Klimabox“ am Marktplatz aus, einen bepflanzten Holzbau mit 20 qm und kühlendem Wasserdampf, und kehren zum Mittagessen im „Pfannekuchen“-Haus ein, einem urigen Fachwerkhaus mit 55 verschiedenen, herzhaften und süßen Pfannkuchen.








Ab 15:00 sind wir wieder am Platz, halten Siesta, kochen, gehen spazieren, lesen und spielen Scrabble. Micha kuckt heute noch das erste WM-Halbfinale.




Am Mittwochmorgen beim Frühstück beschließen wir, nach Hause zu fahren – erst bis Gießen über Landstraßen, ab da Autobahn. Reichlich vier Stunden mit einer Waldrunde und Kaffeepause, dann kommen wir bei 30 Grad gegen 14:45 daheim an.


Eine Stunde Ausladen, Sachen grob verräumen, die erste Wäsche anstellen, im Garten nach dem Rechten sehen. An unserem ersten Urlaubstag hatte es zuhause einen Internetausfall gegeben, den wir von Ferne nicht beheben konnten. Für unser automatisiertes Haus eine größere Sache, vor allem im Urlaub. Kein Zugriff auf Kameras, keine Kontrolle ob die Gartenbewässerung funktioniert etc. Ein richtig blödes Gefühl. Der hintere Garten ist leider ziemlich vertrocknet, vor allem Hortensien und andere Wasserliebhaber haben es nicht überlebt.
Bei unserer Ankunft vermutet die Telekom einen Blitzeinschlag und wird in 2 Tagen(!) einen Techniker schicken. Zum Glück kann Micha uns mit der Starlink eine Überbrückung bauen.